Hobby-Modellbaumeister

Alfons Öller baut seit Jahrzehnten

Autodidakt

Alfons Öller ist bei seinem Hobby ein genialer Autodidakt, er arbeitet ohne Plan, genauer: ohne Bauplan der Hersteller seiner Maschinen und Werkzeuge. Der waschechte Büchlberger, geboren in Tannöd, sucht in Museen wie in Finsterau, Regen oder Passau oder bei Bauern nach interessanten Motiven, skizziert und vermaßt die Geräte dann vor Ort. Und das oft mehrmals. "Ich brauche eben die Maße", sagt Öller, "Fotos helfen da auch nicht".

Der Modellbauer

Der Büchlberger Modellbauer kennt alle Details seiner Modelle. Und sie funktionieren auch alle.

Wie viele Teile er gebastelt hat, weiß er selbst nicht genau.

Hobby Baumeister

Eine gemütliche Pfeife im Mundwinkel, vor sich auf der Werkbank jede Menge Bohrer und Schraubenzieher, die Pinzette in der Hand, mit der ein großer Bastler Kunstwerke im Maßstab 1:10 schafft: Alfons Öller aus Büchlberg baut seit Jahrzehnten Schiffe, Kutschen und Altertümer aus der Landwirtschaft nach. Sein Refugium für die Kleinkunst im wahrsten Sinne des Wortes ist der Dachboden: Dort hat sich der gelernte Maschinenschlosser, der 33 Jahre bei der Zahnradfabrik als Werkzeugschleifer gearbeitet hat, eine Kemenate eingerichtet mit allem, was ein Modellbauer so braucht: Vom Amboss bis Zange-alles da. Die größeren Maschinen wie Hobel, Kreissäge, Fräse oder Drehbank stehen freilich im Keller. Dorthin geht Öller aber nur, wenn's sein muss, denn nur unterm Dach ist das Basteln so eine richtige Freude. Früher hat er oft 10, 12 Stunden am Stück an den Modellen getüftelt. Heute ist Öller ruhiger geworden, spätestens um 9 Uhr macht er die Werkstatt dicht.

Zu seinen Pracht-Exemplaren gehört ein Dreschwagen, den er bei einem Bauern in Straßkirchen entdeckte; Baujahr etwa 1928. Genau kann er das nicht sagen, denn am schweinchenrosa Dreschwagen ist ein grüner Sackheber. Daher weiß der Experte Öller, dass dieses Anbauteil erst später montiert wurde. In seiner Urform mussten zwei Männer hinten am Dreschwagen die schweren, vollen Säcke halten und wegtragen. Mit dem Sackheber wurde der Sack auf Schulterhöhe befördert, sodass ein Mann allein den Sack schultern konnte. Rationalisierung in der Landwirtschaft eben.

Der Büchlberger Modellbauer kennt alle Details seiner Modelle, sei es nun Heuwender, Kartoffelroderer, Mähmaschine, Ackerwalze, Dampfmaschine, Mostpresse, Bierwagen Hacklberger Brauerei oder Göpl, der ersten Kraftmaschine, bei der Ochsen oder Pferde im Kreis laufen müssen und deren Kräfte per Zahnräder, Stangen und Riemen genutzt werden können. Und sie funktionieren auch alle. Wie viele Teile er gebastelt hat, weiß er selbst nicht genau. Ist ihm auch egal, da er keines seiner Kleinode hergeben kann und sie so mehrere Zimmer im Haus schmücken. "Viele wollen etwas, aber verkaufen kann ich nichts." Öffentlich gezeigt hat Modellbauer Öller seine Künste bisher zweimal: in der Büchlberger Sparkasse und im Obernzeller Schloss, für weitere Präsentationen fehlte oft der richtige Raum. Der Rentner muss seine Künste aber auch nicht zur Schau stellen, denn am wohlsten fühlt er sich seit Jahren sowieso nur unterm Dach: in seiner beschaulichen Werkstatt.

 

Dieser Pressebericht wurde von der PNP-Redaktion zur Verfügung gestellt. 
Wir bedanken uns für diese freundliche Unterstützung.

Heuwender, Kartoffelroderer, Mähmaschine, Ackerwalze, Dampfmaschine, Dreschwagen, Mostpresse, Bierwagen, Kutschen, Pflüge, die 1. Waschmaschine und viele weitere Modelle original nachgebaut im Maßstab 1:10