Oldtimer - Restaurator

Tüftler Hans Fuchs aus Büchlberg

Gummering - Wo echte
Amis 
daheim sind

Tüftler Hans Fuchs (54) restaurierte in zwei Jahren einen Chevrolet - jetzt werkelt er an einem 58 -er Thunderbird

Oldtimer Restaurator

Die Leute schauen immer noch: Wenn Hans Fuchs (54) mit seinem Chevrolet durch Büchlberg rollt, grüßen die meisten schon von weitem. Sie kennen den blitzblank polierten "Amerikaner" und wissen, wer ihn lenkt. Seit sieben Jahren cruist er mit dem Oldtimer durch die Gegend. Jetzt hat der Tüftler ein neues Ziel: In der Garage liegen Karosserie und Einzelteile eines Thunderbird. "Mit dem gleichen Modell ist John F. Kennedy zu seiner Amtsantrittsrede gefahren", sagt er stolz. Doch bis er selbst seinen "58er" einmal steuern wird, vergeht noch viel, viel Zeit. Fünf Jahre schätzungsweise. Aber Ausdauer hat dieser Mann genug.

John F. Kennedy saß im gleichen Modell

Denn angefangen hat die Geschichte schon vor Jahrzehnten. Damals ist dem Schulbub Hans Fuchs die Idee mit dem Oldtimer in den Sinn gekommen: "Ich hab' einen roten Mustang gesehen und gedacht, so einen Wagen möchte ich auch mal haben." Nun ja - er hat lange warten müssen und sich die geliebten Elvis-Presley-Scheiben erst mal auf den Plattenspieler gelegt, statt die Musik seines Idols aus dem Radio eines US-Flitzers zu hören. Doch dann packte er die Gelegenheit beim Schopf. Über einen Bekannten erstand er im Jahr 2000 den Chevrolet, einen Classic, Baujahr 1977. "Am Muttertag war das", wirft seine Frau Elisabeth augenzwinkernd ein und lacht. Sie nimmt die Oldtimer-Leidenschaft ihres Mannes mit Humor und weiß genau, wo sie ihn findet, wenn er wieder mal "kurz" verschwunden ist: in der Garage oder auf dem Dachboden. Dort befinden sich Werkstatt und Lager, daheim in Gummering. Der "Chevi" ist ursprünglich in Florida gelaufen, mit einem Soldaten nach Deutschland gekommen und zuletzt zehn Jahre nicht bewegt worden. Fahrbereit war er auch nicht. Deshalb stand für Hans Fuchs schnell fest: "Komplett zerlegen!"

Als gelernter Landmaschinen-mechaniker wusste er, worauf er sich einlässt. Vor ihm lagen zwei Jahre Arbeit und Bastelei: "Ich habe alles abgeschliffen - jedes Teil - und dann neu lackiert, den Motor auch." Sogar einen neuen Himmel hat der "Chevi"-Besitzer eingebaut. "Alles schön langsam", erzählt er. Dabei hat er noch gar keine Hebebühne gehabt und auch kein Internet. Stattdessen baute er sich einen Flaschenzug, studierte Inserate in Fachzeitschriften und einen dicken Katalog, bis er alle Teile fand, die er brauchte. Dabei ist er bis nach Braunschweig gefahren und nach Österreich - "dort ist die US-Car- Szene größer", erklärt er. Und dann es war im Juli 2002 hatte er es endlich geschafft! Der "Classic" war fertig - fertig zusammengebaut, fertig geputzt, fertig für die erlaubten Bewegungsfahrten und die Ausflüge zu den Oldtimertreffen der US-Car-Clubs, nach Traun oder Kremsmünster zum Beispiel. In Grieskirchen, bei seinem ersten Treffen mit eigenem Oldtimer, hat er 2003 auch gleich den Lohn für seine Mühe geerntet: den 1. Preis unter den Modellen der 70er Jahre. "Wegen der Originalität", sagt er stolz. An dem Wagen ist nämlich nichts Aufgemotztes, sondern alles so, wie es einst vom Band lief. Zwei Jahre später hat er auch den Ehrenpreis-Pokal bekommen, dabei konkurrierte sein Wagen mit hunderten von Autos.

Zwei Pokale für Originalität

Ende gut, alles gut? Von wegen! Jetzt geht die Prozedur von vorne los. Diesmal ist es ein komplett zerlegter Thunderbird, 58er Baujahr. Er hatte ihn vor sieben Jahren schon einmal angeschaut in einer Garage in Hauzenberg. Aber da war der Chevrolet gerade fertig geworden und Hans Fuchs hakte einen Neuen vorerst ab. Sechs Jahre später rief ihn der Besitzer wieder an. Und diesmal sagte der Gummeringer nicht mehr Nein. Inzwischen ist der halbe Dachboden wieder voll mit Teilen, Schläuchen und Schrauben, alles fein säuberlich beschriftet. Allerdings tut sich der Mechaniker heute wesentlich leichter als beim Chevrolet. Denn er kennt mittlerweile viele Leute aus den Oldtimer-Kreisen, die ihm helfen. Und das Internet gibt's jetzt bei ihm zu Hause auch. Da wird er leichter fündig - bei einem Argentinier zum Beispiel, der die richtigen Bremsschläuche hatte und bereitwillig über den großen Teich in den Bayerwald schickte. Und ab und zu steigert ihm tagsüber auch seine Frau mal was im World-Wide-Web, wenn sie gerade von der Arbeit zu Hause ist und er als Bauhof-Mitarbeiter der Gemeinde beruflich unterwegs ist. "Dieses Modell wurde nur zwei Jahre lang gebaut, von 1958 bis 1960", berichtet er. Deshalb gebe es nicht so viele davon. Auf den Oldtimer-Treffen jedenfalls hat er noch keinen gesehen: "Das ist das, was mich freut", sagt er lächelnd. 20 Jahre lang ist keiner mit dem Thunderbird gefahren. Jetzt wird es nochmal fünf Jahre dauern, bis er restauriert ist, schätzt Fuchs. Er will sich keinen Stress machen, lieber alles gründlich. Und die Vorfreude ist bekanntlich sowieso die schönste. Das weiß keiner besser als er selber. Da braucht er nur an seine Zeit als Schulbub zurückdenken - an den roten Mustang.

 

Dieser Pressebericht wurde von der PNP-Redaktion zur Verfügung gestellt. 
Wir bedanken uns für diese freundliche Unterstützung.